Bericht zum Drombuschs-Fantrefen 2016

von Britta Kaminski

 

Freitag, 12. August 2016
Als Marco im Frühjahr des Jahres das Fantreffen ankündigte, brauchte ich nicht lange überlegen, ob ich fahren sollte oder nicht, ich habe mich sofort entschieden. Leider konnte ich diesmal nur zum Treffen kommen und musste mit dem Zug anreisen, so dass die Zeit in Darmstadt diesmal sehr kurz für mich war.
Ich bin am Freitagmorgen um 5.43 Uhr losgefahren und sogar pünktlich gegen 11.30 Uhr bei leichtem Regen in Darmstadt angekommen.
Um 15.00 Uhr wurden wir dann von Marco im Saal „Timmendorf“ begrüßt. Michael Werlin war auch schon da, ohne ihn wäre das Treffen auch nur halb so schön.

Ich hatte wieder das Vergnügen, mit meinen Tischnachbarn Andy, Andrea, Angelika, Markus, Michael M. und Michael K., sowie Ute und Wilfried zusammen zu sitzen. Ein herzliches Dankeschön noch mal an Euch, dass ihr mich alle so nett in Eure Gruppe aufgenommen habt!

Marco hat uns das Programm für das Wochenende vorgestellt und er berichtete, dass zu 40 wiederkehrenden Fans 5 „Neue“ dazu gekommen wären. Da es bedeckt und nach Regen aussah, konnten wir wählen, zwischen einer Folge mit Live-Kommentar von Michael Werlin oder einem Rundgang in die Stadt, bei dem Drehorte abgegangen werden sollten. Ich entschied mich für den Rundgang, da auch viele Drehorte für mich noch neu sind.

Zuerst führte uns der Weg zum Luisenplatz, auf dem uns Marco einige Drehorte und Szenen erklärte. So stand z.B. vor der Post eine Telefonzelle, die in einigen Szenen zu sehen ist. Danach haben wir uns den Brunnen angesehen, an dem Frau Werbelhoff auf Vera und Ludwig traf oder eine Szene, in der Ludwig auf Vera trifft bei ihrem Gang zum Notar.

Wir sahen auch die Bank, in der gefilmt wurde und aus der man einen herrlichen Blick auf den Langen Ludwig hat. Auch interessant: an der Außenseite des Luisencenters befindet sich die Tür zu der Treppe, die Sigi in einer Folge hochgelaufen ist. Diese wird nach dem Auszug des Magistrats nicht mehr benutzt. Also nächstes schauten wir uns in der Adelungstraße den Brunnen an, an dem Chris und Tina in einer Szene mit dem Vespa-Roller losgefahren sind. Das Gebäude der Wilhelminenpassage wird zurzeit umgebaut, dort kauften Chis und Tina ihre Trauringe.
 
Danach schauten wir uns das Highlight der Tour an: das Antiquitätengeschäft mit der darüber liegenden Wohnung. Gerade als Marco uns einiges über diesen Drehort erklärte, wurden wir von einer älteren Dame angesprochen, die sich wunderte, warum dort auf einmal so viele Leute stehen würden. Als wir ihr erklärten, dass wir ein Drombusch-Fantreffen abhalten, erzählte sie, dass damals in ihrer Wohnung gedreht worden ist. Wir haben natürlich gleich die Gelegenheit ergriffen und gefragt, ob wir uns einmal das Treppenhaus anschauen dürften. Wir durften! So konnten wir uns alle die Haustür der Wohnung anschauen und Fotos dort machen, etwas, womit ich nun so gar nicht gerechnet hätte. Am 1. Tag gleich so ein Highlight! Nach der Besichtigung des Treppenhauses gingen wir zurück zum Hotel und machten eine kleine Pause, bevor das Programm um 19.00 Uhr weiter ging.

Das Buffet war in diesem Jahr wirklich sehr gut und für jeden ist etwas dabei. Nach dem Essen hatte Marco wieder ein tolles Highlight für uns: er zeigte uns die Teamfilme der 1. und 2. Staffel, die jeweils nach dem Abschluss der Dreharbeiten erstellt wurden und viele „Behind-the-Scenes“ und Outtakes enthalten. Wir erfuhren noch viele interessante Fakten zur Serie: ein Drehtag kostete damals 16.000,- DM, ein Anzug von Günter Strack wegen der Maßanfertigung 9.000,- DM und dass des­halb nur 2 Anzüge pro Staffel angefertigt wurden. Ein Gruppenfoto für die Serie 60.000,- DM, weil alle Schauspieler an diesem Tag eine Gage bekamen und dass der Schnauzbart von Günter Strack erst ab der 5. Staffel echt war. Gegen Mitternacht war dann der offizielle Teil für den Tag zu Ende.

Samstag, 13. August 2016
Um 8.30 Uhr hat mich meine Freundin abgeholt und wir sind dann zum Alten Friedhof gefahren, auf dem auch der Autor der Serie Robert Stromberger begraben liegt. Ich fotografiere gerne alte Figuren und besondere Grabmäler. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns, die Sonne schien und das Licht war für meine Unternehmung sehr geeignet. Die Zeit reichte auch, so dass ich nach dem Ausflug sogar noch etwas Zeit hatte, für den Abend meine Sachen bereit zu legen, bevor es mit dem Programm weiter ging. Wie sich herausstellen sollte, war das eine gute Idee, doch dazu später mehr.

Ab 12.00 Uhr stellte Marco uns die ersten Ehrengäste vor: Simone Rethel-Heesters (Marga Diebelshauser) und Hans Weicker (Herman Eurich), die mit großem Applaus begrüßt wurden. Frau Rethel erzählte, dass sie von Marion Kracht und Sigmar Solbach die Empfehlung bekam, zum Fantreffen zu fahren, daraufhin hat sie dann auch zugesagt. Hans Weicker stellte sich mit einer tollen Darbietung vor, in dem er erzählte, wie er 1947 (!) bei seinem Theaterdebüt gleich aus der Produktion geflogen war. Er erwähnte, dass er im nächsten Jahr das 70-jährige Bühnenjubiläum feiern würde – herzlichen Glückwunsch hierzu von meiner Seite! – und gab dann noch eine Darbietung „vom Freiherr von Huber“ (eine Art Stille Post-Geschichte) für die Fans. Herzlichen Dank an ihn auch noch einmal dafür!
Als nächstes haben wir uns ein paar Videoclips angeschaut, in denen Szenen von Simone Rethel und Hans Weicker bei den Drombuschs‘ gezeigt wurden. Zu sehen war auch eine Szene, in der Simone Rethel rauchen musste. Sie erzählte uns, dass sie sich gerade vor Beginn der Dreharbeiten das Rauchen abgewöhnt hatte und diese Szene leider dazu geführt hätte, dass sie damit wieder anfing.

Danach stand der nächste Programmpunkt an: die Bustour zu verschiedenen Drehorten in der Umgebung. Als Erstes führte uns der Weg zur Alten Mühle (zu damaligen Drehzeiten kamen übrigens bis zu 50 Reisebusse mit Schaulustigen zur Mühle). Die Löcher des großen Holztores wurden in der Zwischenzeit mit Brettern geflickt, so dass man nur noch durch schmale Schlitze einen Blick auf die Mühle werfen kann. Natürlich haben wir trotzdem versucht, hindurch zu fotografieren, was aber nicht immer einfach war. Anschließend haben wir vor dem Tor noch ein Gruppenfoto gemacht.

Der nächste Drehort auf der Tour war der „Spitzewirt“ im Odenwald in Modautal, Ortsteil Lützelbach. Leider ist der Busfahrer sehr umständlich gefahren, so dass wir mindestens 30 Minuten später ankamen. Wilfried und Ute, die im eigenen Auto vorweg gefahren sind, mussten lange auf uns warten. Wir wurden dann mit Kaffee und Kuchen empfangen (ein ganz großes Dankeschön noch einmal an die Spender!). In der Gaststätte wurden damals Szenen mit Simone Rethel, Lutz Michael und Günter Strack gedreht und die Inneneinrichtung hat sich kaum verändert.

Der Running-Gag des Tages kam dann: als wir mit dem Bus wieder losfahren wollten, hat der Busfahrer eine Hochzeitsgesellschaft vorbei fahren lassen. Nachdem wir dann in der Seitenstraße gewendet hatten, kamen uns diese wieder entgegen  – anscheinend kannten die sich in der Gegend auch nicht besonders gut aus. Als sie uns dann aber noch ein drittes Mal auf der Fahrt nach Bensheim entgegen fuhren, war das Gelächter im Bus bei uns groß. So kann man auch seinen Hochzeitstag verbringen.

Auf der Fahrt zur „Villa Sanders“ beantwortete Michael noch zwei Fragen zu Drehbuchlesungen und Zeitberechnungen der Folgen, die ich ins Forum gestellt hatte. Für eine schriftliche Antwort im Forum wäre es zu lange gewesen, was Michael dann erklärte. Herzlichen Dank noch mal, lieber Micha, dass Du das so ausführlich beantwortet hast. Ich habe wieder viel dazu gelernt!

Bei der Villa Sanders kamen wir dann mit großer Verspätung an, durften trotzdem die Außenanlage mit dem Swimmingpool ansehen (Auffahrt, Haustür und Swimmingpool kamen öfters in der Serie vor). Es war auch interessant zu erfahren, dass Svenja Pages sehr geräuscharm geschwommen war, weil Wasserplätschern bei Filmaufnahmen immer sehr laut und störend wirken. Wir stellten fest: im Fernsehen wirkte der Pool viel größer. Die Aussicht von der Villa, die an der Bergstraße liegt, ist fantastisch – ein Grund, warum damals der Drehort ausgesucht wurde. Michael erzählte dann, dass die Schauspieler statt Sekt immer Apfelsaft mit Brause bekamen und dass nach Drehschluss zur vorgerückter Stunde der Hausherr sein Schifferklavier hervorgeholt und für Stimmung gesorgt hatte. Die Innenaufnahmen der Villa wurden komplett in Hamburg gedreht, da die damalige Einrichtung eher an eine Jagdhütte erinnerte und nichts mit dem kühlen Ambiente, für die die Sanders standen, gemein hatte.

Nachdem wir die Besichtigung abgeschlossen hatten, musste der Bus durch die engen Straßen in der Siedlung wieder auf die Hauptstraße fahren, was sich als gar nicht so einfach erwies, denn ein Baukran samt Zaun stand im Weg. Erst, nachdem der Fahrer, unter tatkräftiger Mithilfe von Michael Werlin den Bauzaun einfach mal umgesetzt hatte, konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.
Anstatt um 17.30 Uhr waren wir dann erst gegen 18.20 Uhr wieder am Hotel, so dass die Pause bis 19.00 Uhr doch kürzer war als geplant. Ich war daher froh, dass ich für den Abend schon alles parat gelegt hatte.

Um 19.00 Uhr wurden dann auch die restlichen Ehrengäste begrüßt: Aart Veder (Einbrecher), Klaus Ziemann (Bankangestellter Gehrsburg), Margit Schulte-Tigges (Krankenschwester nach Sigis Herzinfakt) sowie Irmgard Büchler mit Ehemann (die beiden haben sich um Filmhund Roxy - der in der Serie den tollen Namen „Hund“ hatte - gekümmert und ihn später nach Umwegen bei sich aufgenommen) und natürlich Dieter Benz (Maskenbildner), ohne ihn würde uns bei den Fantreffen auch etwas fehlen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden auch die neuen Ehrengäste mit kleinen Videoclips zu ihren Rollen vorgestellt. Es folgte eine Autogramm- und Fotosession, in der geduldig alle Wünsche erfüllt wurden. Ein herzliches Dankeschön noch einmal an alle Ehrengäste. Fragen durften natürlich auch gestellt werden und wurden gerne beantwortet.

Zum Abschluss bekamen wir dann noch die wirklich witzigen Teamfilme der 3. und 4. Staffel zu sehen. Alle Ehrengäste versprachen, zum nächsten Treffen gerne wieder kommen zu wollen. Das offizielle Programm endete gegen Mitternacht, aber die Bar war ja noch bis in den frühen Morgen geöffnet!!

 

Sonntag, 14. August 2016
Bevor das Programm um 10.30 Uhr startete, haben Ute und ich erst einmal das reichhaltige Frühstück genossen. Als Teetrinkerin genieße ich es immer wieder, mal einen Samowar im Hotel anzufinden und nicht heißes Wasser aus der Thermoskanne vorgesetzt zu bekommen.
Als erster Programmpunkt stand der Vortrag von Michael Werlin zum Thema „Dreharbeiten zur 4. Staffel in Israel“ auf dem Programm, den Michael wie immer mit vielen interessanten Fakten und Anekdoten gespickt hatte. Er musste sich ein paar Mal unterbrechen lassen, u. a. um Simone Rethel zu verabschieden, die auch versprach, zum nächsten Treffen wieder zu kommen. Das wäre sehr schön, liebe Frau Rethel!

Im Anschluss des Vortrages fanden die traditionelle Verlosung und Versteigerung statt, bei der es wieder viele tolle Sachen zu gewinnen gab. Hierzu auch herzlichen Dank an Marion Kracht für die Autogrammkarten und Poster. Danach durften wir uns die Teamfilme der 5. und 6. Staffel anschauen, Michael hat uns auch hierzu wieder einiges erklärt.

Sehr witzig wurde es, als Marco uns einige Szenen der Drombuschs in der synchronisierten chinesischen Fassung zeigte. Damit aber nicht genug, es folgte auch noch eine geschnittene Szene mit Thomy in der Kirche, die nur bei der Erstausstrahlung gesendet wurde und nicht auf den DVD-Boxen vorhanden ist. Zum Abschluss durften wir uns noch über einen Film von Markus zum Fantreffen 2013 freuen, der sicherlich allen, die damals dabei gewesen waren, besondere Erinnerungen beschert hat, denn damals konnte man noch in den Innenhof der Mühle.

Marco’s Ankündigung, dass es im nächsten Jahr zum zehnjährigen ein Treffen geben würde, wurde natürlich mit Begeisterung aufgenommen und bei der Abstimmung für den Ort haben wir uns dann für Darmstadt entschieden. Gegen 16.00 Uhr war das Treffen dann leider schon wieder vorbei, die Zeit verging wieder viel zu schnell.

Bevor ich um 18.30 Uhr mit dem Zug die Heimreise angetreten habe, haben mich Markus und Michael M. noch einmal mit zur Mühle genommen, da Markus dort noch filmen und auch ein paar Foto machen wollte. Die Gelegenheit habe ich gerne genutzt, denn so konnte ich doch noch ein paar schöne Fotos von der Mühle machen (zumal das Licht um diese Zeit besser war als gestern) und dies war ein richtig toller Abschluss!

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal herzlich bei Marco, Michael Werlin und Markus bedanken für die viele Zeit, die ihr immer wieder in die Organisation des Treffens investiert.

Ich freue mich schon auf das nächste Treffen und hoffe, dass alle wieder mit dabei sein werden.

Britta Kaminski
August 2016